Fiktion und Wahrheit – Chinas Währung im Kreuzfeuer der Kritik

Wien (pts022/14.08.2015/18:00) – Trotz Abwertungsmaßnahmen der chinesischen Regierung sieht Österreichs erfolgreichster Währungsexperte Gerhard Massenbauer über die negative Berichterstattung hinweg und beruhigt Investoren und Exportunternehmen.

„Wann immer ein ökonomischer Shitstorm medial breitgetreten wird, interessiere ich mich für die Fakten. Es ist bisweilen befremdlich, wie die mediale Stimmung auf manche Fakten reagiert.“ So Gerhard Massenbauer und setzt zugleich fort: “ Es ist nicht so, dass bewusst Lügen verbreitet werden, doch vermitteln viele Berichte zu China und seiner Währung ein derart verfälschtes Bild, dass man sich nur noch wundern mag.“

Put the things into perspective

Fakt ist es, dass China seine Währung in den letzten Tagen zwar abgeschwächt hat – DIE WÄHRUNGSEXPERTEN weisen jedoch darauf hin, dass die Währung seitens der Regierung davor bewusst gestärkt wurde. Es wurden lediglich Maßnahmen beendet, die trotz Kapitalabflüssen aus China auf die Aufrechterhaltung des hohen Kurses des Yuan ausgerichtet waren.

Chinas Währung Renmimbi Yuan ist in den letzten Jahren gegen USD und Euro erheblich im Wert gestiegen – gegenüber dem Euro bis heute um +25 % seit 2010! (anm: siehe Infografik: Entwicklung Euro zum Yuan)

Ein vergleichender Blick auf die Entwicklung anderer Emerging Market-Währungen zeigt laut Massenbauer auf: „Wenn man sich ansieht, wie schwach andere Emerging Market-Währungen in den letzten beiden Jahren geworden sind, ist das Durchhaltevermögen Chinas, mit seiner steigenden Währung ökonomisch immer noch eine tragende Säule der Weltwirtschaft zu sein, geradezu bewundernswert.“ (Anm.: siehe Infografik: Yuan im Vergleich zu anderen Emerging Markets-Währungen)

Massenbauers Schlussfolgerung: „China hat viel zu lange eine starke Währung gefördert – andere Emerging Market-Währungen sind im Kurs tatsächlich stark gefallen, während Chinas Währung weiter anstieg.“

Was soll dieses Getöse in den Medien?

Das Team rund um Gerhard Massenbauer hat keine fundamental einleuchtende Erklärung für die negative Stimmung rund um Chinas wirtschaftliche Entwicklung. „China steht kurz davor, seine Währung frei konvertierbar zu machen. Nach all den Meldungen in den Medien über die angebliche wirtschaftliche Schwäche in China.“ Die chinesische Volkswirtschaft hat ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von fünf bis sechs Prozent. USA und Europa sind – wenn es gut läuft – bei 2 % durchschnittlichem Wirtschaftswachstum. Massenbauer begründet seine Verwunderung über die Negativschlagzeilen folgenderweise: „Ist eine Abschwächung der Währung einer als schwächer zu erwartenden Wirtschaft wirklich ungewöhnlich? Ist es nicht vielmehr so, dass China erklärt hat, dass es seine Währung mehr den Marktkräften aussetzen will? Wenn ich als Medium berichte, dass die Wirtschaft sich abschwächt, warum errege ich mich, wenn Marktkräfte die Währung dementsprechend unter Druck setzen?“ Gerhard Massenbauer weiter: „Es ist der geringere manipulative Akt, Marktkräfte walten zu lassen, denn gegen sie zu arbeiten.“

Langfristige Aussichten für den Yuan

„Es ist wenig wahrscheinlich, dass der Yuan nachhaltig schwächer wird. Dies entspricht auch nicht den Zielen der chinesischen Regierung, diese Währung frei konvertierbar zu machen. Für die kommenden zehn Jahre gehe ich davon aus, dass der Yuan per Saldo deutlich im Wert steigen wird, vielleicht weniger gegen den Euro als gegen den USD, dessen Entwicklung ich in den kommenden Jahren als die relativ schwächste erwarte.

Sollte der Yuan in den kommenden zwei bis drei Monaten noch um vier bis sechs Prozent an Wert verlieren, wäre eine Investition in Renmimbi Anleihen sinnvoll. Sie bieten nicht nur einen Zins (rund fünf Prozent), sondern langfristig eine wertstabile bis ansteigende Währung, die zusätzliche Erträge bietet.“

Über DIE WÄHRUNGSEXPERTEN
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